Inkontinenz – ein dringendes Problem
Harninkontinenz bringt für die Betroffenen hygienische und soziale Probleme mit sich. Dabei ist der unfreiwillige Harnabgang selten eine Krankheit, sondern vielmehr Symptom einer Funktionsstörung des Harntrakts.
Im Überblick
In Deutschland leiden mehrere Millionen Menschen an einer Blasenschwäche. Die Harninkontinenz gehört damit zu den häufigsten Erkrankungen der modernen Gesellschaft. In der öffentlichen Diskussion ist das Thema dennoch kaum präsent, denn noch immer haftet der Blasenschwäche ein schwer zu durchbrechendes Tabu an – wer spricht schon gerne öffentlich über die Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder gibt zu, dass hin und wieder ein „Unfall“ passiert?
„Für Betroffene ist es deshalb zunächst wichtig zu verstehen, dass sie mit ihrer Krankheit nicht alleine sind“, sagt Mehmet Gövercin, Arzt an der Charité - Universitätsmedizin Berlin. Einer aktuellen Studie zufolge leiden rund 5,3 Millionen Frauen und etwa 2,8 Millionen Männer in Deutschland an einem objektiv nachweisbaren, unfreiwilligen Harnverlust
[1] – sie sind inkontinent. „Das Risiko, an einer Harninkontinenz zu erkranken, nimmt mit steigenden Alter dabei deutlich zu“, erklärt Gövercin. So sind über 50 Prozent aller älteren Menschen, die in Altenpflegeeinrichtungen leben, von Kontinenzproblemen betroffen.
Dabei stellt die Harninkontinenz keine Krankheit an sich dar, sondern ist ein Symptom, das unterschiedlichen Ursachen haben kann. Auslöser der Harninkontinenz können verschiedene Erkrankungen und körperliche Gebrechen sein. Je nach Ursache des Urinverlusts wird zwischen mehreren Formen der Harninkontinenz differenziert – Frauen und Männer sind dabei in unterschiedlichem Maße von den einzelnen Formen betroffen. Eine Sonderform ist auch das
Einnässen von Kindern.
[1] D.E. Irwin, et.al. (2006): Population-Based Survey of Urinary Incontinence, Overactive Bladder, and Other Lower Urinary Tract Symptoms in Five Countries: Results oft he EPIC Studi. In European Urology 50, 1306-1315.
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Die Harnblase: Speicher des Urins
Um das Problem der Inkontinenz zu begreifen, sind einige Informationen zum menschlichen Harntrakt sicherlich hilfreich. Die Harnblase hat genaugenommen zwei Funktionen: Sie soll einerseits den Urin speichern, der von den Nieren produziert wird, um ihn andererseits bei ausreichender Füllung zu entleeren. Sie können sich die Blase daher als ein aus Muskeln bestehendes Behältnis für den Harn vorstellen.
Die Muskulatur der Harnblase besteht aus dem dreischichtig aufgebauten Harnblasenmuskel, auch
Detrusor genannt. Dieser Muskel umschließt den Hohlraum, in dem der Urin gespeichert wird. Bei gesunden Erwachsenen liegt das Fassungsvermögen durchschnittlich zwischen 400 - 600 Millilitern.
Für die Kontrolle des Urinflusses sind zwei andere Muskeln zuständig. Diese Schließmuskeln sitzen am Ausgang der Harnblase bzw. darunter. Der
innere Schließmuskel lässt sich nicht willentlich steuern, er wird vom
autonomen Nervensystem reguliert. Der
äußere Schließmuskel kann dagegen bewusst kontrolliert werden, er ist Teil der
Beckenbodenmuskulatur.
Pro Tag werden in den Nieren rund zwei Liter Urin produziert, der über die Harnleiter in die Harnblase fließt. Die Blase selbst liegt auf dem Beckenboden auf – diese Muskelplatte verschließt das Becken nach unten und hat eine wichtige Stützfunktion für die inneren Organe. Eine schwache
Beckenbodenmuskulatur kann auch ursächlich an einer Harninkontinenz beteiligt sein.
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Wie funktioniert das Wasserlassen?
Für den Vorgang der Harnentleerung haben die Mediziner einen Fachausdruck: Sie bezeichnen das Wasserlassen als Miktion. Im Durchschnitt erfolgt die Miktion bei einem normalen Fassungsvermögen der Blase etwa drei- bis viermal innerhalb von 24 Stunden. Im leeren Zustand hat die Harnblase in etwa die Form einer Schale, ist sie gefüllt, dehnt sie sich zur Kugel aus. Die Füllung der Blase läuft unbewusst ab. Das ist notwendig, weil die Ausscheidung von giftigen Abbauprodukten mit dem Urin lebenswichtig ist und ohne Unterbrechung vom Körper durchgeführt werden muss.
Die Füllung der Blase
Wenn die Blase leer ist, liegt sie in sich zusammengefallen und breitflächig auf dem Beckenboden und hat etwa die Form einer Schüssel. Mit zunehmender Füllung wird sie mehr und mehr ballonförmig.
Der Harnblasenmuskel (
Detrusor) passt sich normalerweise den veränderten Druckverhältnissen an und dehnt sich entsprechend des Füllstandes aus – dazu entspannen sich seine Muskelschichten. Die Füllungsphase der Harnblase wird über den
Sympathikus gesteuert.
Der Sympathikus sorgt dafür, dass der
innere Blasenschließmuskelalpha-adrenergen Chemorezeptoren angespannt bleibt – dazu werden die sogenannten aktiviert. Gleichzeitig bleibt der Harnblasenmuskel (Detrusor) dank der
beta-adrenergen Chemorezeptoren entspannt.
Die Phase der Entleerung
Aber irgendwann ist es schließlich doch einmal so weit: Die Blase ist so stark gefüllt, dass die Rezeptoren in der Blasenwand dies dem Gehirn melden. Das Gefühl des Harndrangs wird nun immer stärker. Der Vorgang des Blaseentleerens (Urinlassens, Wasserlassens) wird auch als
Miktion bezeichnet. Normalerweise ist er schmerzlos und kontrollierbar. Die Häufigkeit der Harnentleerung ist individuell verschieden und hängt von etlichen Umständen ab: Trinkmenge, Lebensalter, Schwitzen, Erkrankungen und hormonelle Besonderheiten können die Zahl der Toilettenbesuche beeinflussen. Normal für einen Erwachsenen sind etwa vier- bis fünf Miktionen innerhalb von 24 Stunden, insgesamt werden durchschnittlich 1,5l Urin pro Tag ausgeschieden.
An der Steuerung der Blasenfunktion sind nicht nur die Blasenmuskeln beteiligt, sondern das Gehirn spielt dabei eine wichtige Rolle: Selbst wenn wir gerade nicht daran denken, den Urin zurückzuhalten, laufen Impulse über das
autonome Nervensystem und unterdrücken die Miktion. Für eine gute Koordination ist hier eine feine Abstimmung zwischen dem unwillkürlichen und dem willkürlichem Nervensystem erforderlich.
Jenseits des Kleinkindalters (ab circa 2 bis 3 Jahren) wird uns bewusst, wenn die Harnblase gefüllt ist und wir Wasser lassen müssen. Das Gehirn kann dann hemmende Signale zur Harnblase senden und wir können eine passende Gelegenheit für den Toilettengang abwarten. Zudem kann der äußere Schließmuskel als Teil der
Beckenbodenmuskulatur willentlich angespannt werden, um das Wasserlassen zu verhindern.
Irgendwann aber ist die Fähigkeit zur Dehnung des Harnblasenmuskels überschritten und es kommt es zu einem starken Druckanstieg in der Blase. Über die
Rezeptoren in der Blasenwand wird der Miktionsreflex ausgelöst. Harndrang entsteht, wenn die Harnblase mit circa 200 bis 300 Millilitern Urin gefüllt ist. Über einen Reflex, der über das Rückenmark läuft, bekommt der Detrusor den Befehl, sich zusammenzuziehen. Dafür ist der sogenannte
Parasympathikus oder „Ruhenerv“ zuständig. Gleichzeitig öffnet sich der innere Blasenschließmuskel im Harnblasenboden und eine Harnentleerung wird ermöglicht. Bei der Miktion nimmt die Blase Kugelform an; durch den Detrusor wird von allen Seiten gleichmäßig Druck auf den Inhalt ausgeübt und der Urin wird durch die Harnröhre hinausgepresst. Durch Anspannen der Bauchmuskulatur wird zusätzlich Druck auf die Blase ausgeübt und die Entleerung erfolgt mit größerer Kraft als durch die Kontraktion der Blasenmuskulatur allein. Normalerweise entleert sich die Blase nahezu vollständig bei einer
Miktion.
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Inkontinenz: Wer ist betroffen?
Frauen sind häufiger von Harninkontinenz betroffen als Männer. So kann Inkontinenz eine Folge von Schwangerschaft und Geburt sein. Auch nach der hormonellen Umstellung in den
Wechseljahren haben Frauen mitunter Schwierigkeiten, den Urin richtig zurück zu halten. Bei Männern ist eine Inkontinenz häufig mit Veränderungen an der Prostata verbunden. Obwohl die Inkontinenz in den meisten Fällen im Alter auftritt, können auch Kinder betroffen sein.
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Blasenschwäche bei Frauen
„Frauen sind insgesamt häufiger von Problemen mit Harninkontinenz betroffen als Männer“, sagt Sebastian Mersmann, Arzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Charité - Universitätsmedizin Berlin. Bei vielen Frauen kommt es nach der Geburt eines Kindes oder auch schon während der Schwangerschaft zu Harninkontinenz. So verändert sich im Körper von werdenden Müttern die Lage der Organe, die Aktivität der Niere erhöht sich und hormonelle Umstellungen beeinflussen die Blasenmuskulatur. Daher kommt es nicht selten vor, dass Frauen während der Schwangerschaft eine Harninkontinenz entwickeln – meist eine sogenannte "Belastungsinkontinenz".
Auch nach einer Geburt leiden viele Frauen an Blasenschwäche – der Hauptgrund dafür ist die geschwächte
Beckenbodenmuskulatur, die durch die Geburt in Mitleidenschaft gezogen wurde. Um diese Probleme zu vermeiden, empfiehlt es sich für Schwangere, bereits vor der Geburt einen Kurs zum
Beckenbodentraining zu besuchen.
Auch während der
Wechseljahre kommt es bei vielen Frauen zu Symptomen von Harninkontinenz: Grund hierfür ist häufig ein Mangel an dem Hormon
Östrogen. Als Folge davon nimmt unter anderem die Durchblutung ab, das Gewebe von Harnblase und Harnleiter verliert an Spannkraft – eine Belastungsinkontinenz entsteht. Eine angeborene Bindegewebsschwäche, von der Frauen häufiger betroffen sind, kann ebenfalls zu einer Belastungsinkontinenz führen.
Viele Frauen brichten auch von einer Reizblase – mit diesem umgangssprachlichen Ausdruck wird die sogenannte "Dranginkontinenz" bezeichnet. Auslöser dafür können neben psychosomatischen Gründen auch
Harnwegsinfekte oder Blasensteine sein.
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Blasenschwäche bei Männern
Eine Besonderheit des männlichen Körpers ist die Prostata, die auch Vorsteherdrüse genannt wird. Sie produziert einen Teil des Spermas und liegt unterhalb der Harnblase. „Die Harnröhre führt bei Männern mitten durch die Prostata. Deshalb haben Veränderungen an der Prostata häufig unmittelbare Auswirkungen auf die Fähigkeit zum Wasserlassen“, erläutert Mehmet Gövercin, Arzt an der Charité - Universitätsmedizin Berlin.
Vor allem bei Männern über 50 sind Erkrankungen der Prostata weit verbreitet. Am häufigsten tritt eine gutartige Vergrößerung auf, die sogenannte Benigne Prostatahyperplasie. Diese Erkrankung wird manchmal auch Prostataadenom genannt. Dabei vermehren sich die Zellen der Prostata, ohne dass eine Krebserkrankung vorliegt. Die angeschwollene Drüse stört häufig den Harnabfluss und kann zu einer sogenannten "Harninkontinenz bei chronischer Harnretention" führen. In schweren Fällen wird eine Operation nötig. Auch Krebserkrankungen der Prostata können eine Operation an der Vorsteherdrüse nötig machen.
„Direkt nach einem solchen Eingriff tritt bei fast allen Patienten eine Harninkontinenz auf“, erklärt Gövercin. Meist dauert es einige Wochen oder Monate, bis wieder Kontinenz besteht. Allerdings gelingt dies auch bei Anwendung moderner Operationsverfahren nicht in allen Fällen, so dass es bei einigen Männern zu bleibender Harninkontinenz kommt. Die Ursache dafür können beispielsweise Nervenverletzungen oder eine Verletzung des
inneren Blasenschließmuskels sein – diese Schädigungen führen meist zu einer sogenannten „Belastungsinkontinenz“. Operationen an der Prostata können auch zu einer Überaktivität der Blase und schmerzhaften Blasenkrämpfen führen. Diese Symptome werden meist einer „Dranginkontinenz“ zugeordnet. „Es wäre jedoch falsch, die Harninkontinenz bei Männern nur in Verbindung mit der Prostata zu sehen. Andere Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Multiple Sklerose, Morbus Parkinson oder ein Schlaganfall können ebenfalls Auslöser sein“, erläutert Gövercin. „In jedem Fall ist eine genaue Untersuchung durch den Urologen nötig“.
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Blasenschwäche bei Senioren
Nicht jeder wird im Alter harninkontinent. Aber mit hoher Wahrscheinlichkeit entwickeln ältere Menschen, die unter vielen Erkrankungen gleichzeitig leiden (multimorbide Personen) eine Harninkontinenz. Dies ist vor allem bei sogenannten Hirnleistungsstörungen der Fall: Bei Personen mit einer schweren
Demenz liegt die Wahrscheinlichkeit eine Blasenschwäche zu entwickeln bei 70 – 80 Prozent.
Es gibt verschiedene Formen der Harninkontinenz und verschiedene Erkrankungen die dafür die Ursache sein können. Bei älteren Menschen treten häufig Mischformen der Harninkontinenz auf, da die Betroffenen oft verschiedene Grunderkrankungen haben. Auch eine einzige Krankheit kann verschiedene Formen der Harninkontinenz verursachen.
Viele ältere Menschen berichten von einem verstärkten Harndrang während der Nacht, der sogenannten
Nykturie. Das bedeutet, sie werden nachts durch Harndrang geweckt und müssen daraufhin die Blase entleeren. Der wiederholte nächtliche Gang zur Toilette wird von vielen als störend empfunden. Die Gründe sind vielfältig. Am häufigsten sind hormonelle Ursachen, Herzerkrankungen, große abendliche Trinkmenge oder ein
Diabetes mellitus Auslöser einer
Nykturie. Zur Abklärung der Ursache sollte in jedem Fall ein Arzt hinzugezogen werden.
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Blasenschwäche bei Übergewichtigen und körperlich Inaktiven
Auch die
Beckenbodenmuskulatur muss wie alle anderen Muskeln immer trainiert werden, um funktionsfähig zu bleiben. Bei übergewichtigen Patienten nimmt der Druck im Bauchraum zu und wirkt – der Schwerkraft folgend – vor allem auf den Beckenboden; innere Organe senken sich ab und es entsteht eine Belastungsinkontinenz. Ist der Betroffene zudem noch körperlich inaktiv oder sogar bettlägerig, verstärkt dies das Problem.
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Einnässen bei Kindern
Bis zu einem gewissen Alter ist das Einnässen bei Kindern völlig normal. Das hängt mit dem Reifungsprozess zusammen, den jedes Kind durchlaufen muss. Die Kontrolle über Blase und Darm erlangen Kinder erst in mehreren Schritten, die Zeit benötigen. Die meisten Kinder werden zwischen dem 3. und dem 5. Lebensjahr trocken. Dieser Prozess kann auch durch gezieltes Sauberkeitstraining nicht beschleunigt werden. Stattdessen benötigt der kindliche Körper Zeit, um die entsprechenden
neuronalen Verknüpfungen auszubilden.
Nächtliches Einnässen (Enuresis nocturna)Wenn das nächtliche Einnässen bei Kindern auch nach dem 5. Lebensjahr nicht aufhört, oder wieder auftritt, nachdem das Kind schon trocken war, dann sprechen Mediziner von einer sogenannten
Enuresis oder wenn sie nur nachts auftritt von einer
Enuresis nocturna. In diesem Fall muss abgeklärt werden, ob das Bettnässen mit einer krankhaften Entwicklung zusammenhängt.
Als Ursachen kommen mehrere Möglichkeiten in Betracht: So ist bei einigen Kindern die Blasenkapazität einfach noch zu gering, um den gesamten Urin zu speichern, der während der Nacht produziert wird. Hier kann manchmal schon eine Änderung der Trinkgewohnheiten Abhilfe schaffen: Wird das Kind angehalten, kurz vor dem Zubettgehen nicht mehr so viel zu trinken und seinen Flüssigkeitsbedarf stattdessen tagsüber zu stillen, bessert sich das Problem häufig schnell.
Ein weiterer Auslöser für das Bettnässen kann eine Störung im Hormonhaushalt sein – einige Kinder produzieren zu wenig von einem bestimmten Hormon, dem sogenannten
ADH oder
antidiuretischen Hormon. Dieser Botenstoff drosselt nachts die Urinproduktion. Auch psychische Faktoren können nächtliches Einnässen verursachen – daher sollte bei dem Verdacht auf
Enuresis unbedingt ein qualifizierter Kinderarzt hinzugezogen werden.
Einige Kinder nässen nicht nur nachts ein, sondern leiden auch während des Tages an Symptomen einer Harninkontinenz. Sie äußern sich beispielsweise in Form eines anhaltend starken Harndrangs oder einem Urinverlust. Schmerzen beim Wasserlassen deuten auf eine schwerwiegendere Erkrankung hin, die unbedingt ärztlich untersucht werden sollte. Oft ist die kindliche Harninkontinenz nur schwer vom Bettnässen zu unterscheiden, da sich Kinder häufig scheuen, über ihre Probleme zu sprechen und versuchen, ihre Harninkontinenz tagsüber zu kompensieren.
Als Ursachen für das Einnässen kommen mehrere Auslöser in Betracht. So entwickelt sich die effektive Blasenkontrolle bei einigen Kindern einfach später als bei anderen. In manchen Fällen kann aber auch eine Erkrankung hinter der Harninkontinenz stecken – so leiden viele betroffene Kinder unter chronischen Harnwegsinfekten. Auch Erkrankungen des Nervensystems können zu einer Harninkontinenz führen. Angeborene Fehlbildungen der Niere oder der Harnleiter sind ebenfalls eine mögliche Ursache.
Vor allem bei jungen Mädchen tritt eine Sonderform der kindlichen Harninkontinenz auf - die sogenannte Giggle-Inkontinenz: Dabei führt ein Lachanfall zum Kontrollverlust über die Blasenmuskulatur und der komplette Urin geht in einem Strahl ab. Meist verschwindet die Giggle-Inkontinenz während der Pubertät.
Auch ein zu rigoroses Toilettentraining kann die Entwicklung einer Harninkontinenz verursachen. Da junge Kinder physiologisch noch nicht in der Lage sind, eine vollständige Blasenkontrolle zu erlangen, besteht bei einer zu früh begonnenen Sauberkeitserziehung die Gefahr, dass ein falsches Verhalten antrainiert wird. In jedem Fall sollte beim Verdacht auf Harninkontinenz ein Kinderarzt hinzugezogen werden, um die Ursache abzuklären.
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Ursachen und Formen
Die Ursachen für eine Harninkontinenz sind sehr vielfältig: Sie können unter anderem hormoneller, muskulärer oder psychischer Art sein. Auch Infektionen, Tumore und Verletzungen können eine Blasenschwäche auslösen. Blasenschwäche kann zudem eine Folge von Schwangerschaft und Geburt sein. Das ist ein Grund, warum Frauen von Harninkontinenz häufiger betroffen sind, als Männer. Das Risiko, an einer Harninkontinenz zu erkranken steigt darüber hinaus mit dem Alter. Generell ist es bei der Blasenschwäche sehr wichtig, die genaue Ursache zu erkennen, damit die Therapie erfolgreich ist.
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Die Belastungsinkontinenz
In medizinischen Texten wird die Belastungsinkontinenz häufig auch als „Stressinkontinenz“ bezeichnet – damit ist allerdings nicht der umgangssprachliche Stress gemeint, unter dem man beispielsweise bei zu viel Arbeit leidet. Stattdessen ist „Stress“ in diesem Fall lediglich ein anderes Wort für Belastung, das aus dem englischen Sprachgebrauch (engl.: to stress – beanspruchen, belasten) übernommen wurde.
Eine Belastungsinkontinenz macht sich bemerkbar, wenn sich der Druck innerhalb des Bauchraumes plötzlich erhöht, beispielsweise durch Lachen, Husten, Pressen oder Niesen. Dann kann unwillkürlich Harn abgehen. Die Urinmenge ist dabei meist gering und es tritt kein Harndranggefühl auf.
„Verantwortlich für diese Form der Harninkontinenz ist eine Störung des Schließmechanismus der Harnröhre“, erläutert Sebastian Mersmann, Arzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Charité - Universitätsmedizin Berlin. Oft sind auch das Bindegewebe und die unterstützende
Beckenbodenmuskulatur geschwächt. Betroffen von der Belastungsinkontinenz sind vor allem Frauen, etwa nach Schwangerschaft und Geburt: Beckenboden- und Bauchmuskeln erschlaffen dabei häufig, auch die Bänder im Becken können nach einer Geburt so überdehnt sein, dass sich die Gebärmutter absenkt und damit die Funktion des Beckenbodens und des Halteapparates gestört wird. Außerdem kann die hormonelle Umstellung während der Wechseljahre die
Beckenbodenmuskulatur schwächen. Bei Männern ist häufig eine
Operation an der Prostata der Auslöser. Insgesamt sind aber wesentlich mehr Frauen von dieser Form der Blasenschwäche betroffen.
Bei der Belastungsinkontinenz werden drei Schweregrade unterschieden:
Grad 1: Harn geht nur bei Husten, Lachen oder Niesen ab
Grad 2: Harnverlust schon beim Gehen oder leichter körperlicher Tätigkeit
Grad 3: Harn geht dauerhaft auch im Liegen ab.
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Die Dranginkontinenz
Bei der Belastungsinkontinenz ist der Harndrang normalerweise nicht erhöht. Ganz anders ist dies bei der sogenannten Dranginkontinenz: Hier leiden Betroffene an einem starken und plötzlich einsetzenden Harndrang. Wer es dann nicht sofort auf die Toilette schafft, verliert häufig unfreiwillig Urin. „Oft genügt bereits ein Glas Wasser oder eine Tasse Kaffee, um den Harndrang auszulösen“, schildert Sebastian Mersmann, Arzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Charité - Universitätsmedizin Berlin. Andere auslösende Faktoren können sein: Sehen oder Hören von fließendem Wasser, Kontakt mit Wasser, beispielsweise beim Geschirrspülen, Waschen oder Duschen.
Ursache der Dranginkontinenz, die von Medizinern auch
Urge-Inkontinenz genannt wird, sind Störungen in der Signalübertragung zwischen Blase und Gehirn. Je nach Art der Störung wird zwischen zwei Formen unterschieden: die der überaktiven Blase, auch
motorische Dranginkontinenz genannt und die der überempfindlichen Blase, auch
sensorische Dranginkontinenz genannt
.
Motorische Dranginkontinenz Hierbei liegt eine Übererregbarkeit der Blasenmuskulatur vor. Dabei zieht sich der
Detrusor plötzlich unkontrollierbar zusammen und es kommt zum Urinabgang. Die Ursachen dieser Harninkontinenzstörung sind oft psychische Belastungszustände oder auch altersbedingte Rückbildungsprozesse der Harnblasenmuskulatur, aber auch die andauernde Detrusorüberdehnung bei einem großen Prostataadenom kann dafür verantwortlich sein.
Sensorische Dranginkontinenz Von einer sensorischen Dranginkontinenz wird gesprochen, wenn die
Rezeptoren in der Blasenwand, die den Füllstand der Blase an das Gehirn signalisieren, überempfindlich auf Reize reagieren. „Dadurch kann es schnell passieren, dass sie dem Gehirn irrtümlich eine volle Blase melden, auch wenn der tatsächliche Füllstand nur gering ist“, erklärt Gövercin. Die Blase zieht sich zusammen, ohne dass die Betroffenen etwas dagegen tun können.
Die Ursache für eine sensorische Dranginkontinenz ist häufig eine Blasenentzündung und die damit einhergehenden Schleimhautreizung in der Blase. In selteneren Fällen sind Tumore oder bei Männern eine vergrößerte der Prostata verantwortlich. Auch Blasensteine oder eine Strahlenbehandlung der Unterbauchorgane kommen als Auslöser in Betracht. Wenig bekannt ist, dass diese Blasenüberempfindlichkeit auch bei sexuellem Missbrauch und nach Vergewaltigung auftreten kann.
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Die Mischharninkontinenz
Bei vielen Patienten treten Symptome der Dranginkontinenz und der Belastungsinkontinenz gleichzeitig auf – in diesem Fall liegt eine Mischharninkontinenz vor. Betroffene verlieren hier bei Belastungen wie Niesen oder Husten unwillkürlich Harn und leiden gleichzeitig an einem starken, kaum unterdrückbaren Harndrang. Von dieser Form der Harninkontinenz sind vor allem Frauen betroffen – rund ein Drittel aller Patientinnen mit Blasenschwäche leidet an einer Mischharninkontinenz.
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Blasenschwäche bei chronischer Harnretention (Überlaufinkontinenz)
Hier können Betroffene trotz voller Blase und starken Harndrangs ihre Blase nicht entleeren. Stattdessen tröpfelt ständig Urin. Auslöser ist häufig ein Hindernis, das den Abfluss des Urins blockiert, beispielsweise ein großes Prostataadenom, Tumore, hochgradige Harnröhrenverengungen oder große Blasensteine. Die Blase ist deshalb praktisch immer gefüllt und der Blasenmuskel entsprechend gedehnt. Aufgrund der anhaltenden Dehnung ermüdet der Blasenmuskel schließlich und der Urin tropft nun dauernd aus der Harnröhre. Durch den
Restharn in der Blase drohen Infektionen und durch den möglichen Rückstau kann es zu Nierenschäden kommen.
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Blasenschwäche bei neurogener Detrusorhyperaktivität (Reflexinkontinenz)
Sie zählt zu den selteneren Formen der Harninkontinenz. Ursache der Harninkontinenz bei neurogener Detrusorhyperaktivität ist eine neurologische Erkrankung, also Probleme mit dem Nervensystem. Dabei fehlt dem Blasenmuskel die Steuerung durch das zentrale Nervensystem, das heißt, wer von einer Harninkontinenz bei neurogener Detrusorhyperaktivität betroffen ist, spürt keinen Harndrang – die Entleerung kann nicht mehr willentlich gesteuert werden, sondern wird vom Körper wie ein Reflex ausgelöst.
Mediziner unterscheiden bei der Harninkontinenz bei neurogener Detrusorhyperaktivität zwischen Formen, die durch eine Rückenmarkschädigung ausgelöst werden – beispielsweise bei einer Querschnittslähmung – und Formen, die von Erkrankungen des Gehirns ausgelöst werden. Dazu zählen unter anderem
Morbus Alzheimer,
Morbus Parkinson oder
Schlaganfälle.
„Besonders problematisch bei der Harninkontinenz bei neurogener Detrusorhyperaktivität ist die mögliche Schädigung der Nieren“, warnt Sebastian Mersmann, Arzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Charité - Universitätsmedizin Berlin: „Weil die Blase häufig nicht vollständig entleert wird, kann sich der Urin bis in die Harnleiter und die Nieren stauen.“ Deshalb muss bei der Therapie für eine ausreichende Entleerung der Blase gesorgt werden, häufig per
Katheter. Patienten können unter guter Anleitung die selbständige Entleerung der Blase mit Hilfe eines Einmalkatheters erlernen, wenn sie Kontrolle über ihre Arme haben und geistig dazu in der Lage sind. In Abständen von etwa 3 bis 4 Stunden legen die Patienten sich dann selbst einen Katheter und entfernen ihn nach dem Wasserlassen wieder. Sie sind somit diesbezüglich nicht mehr auf Pflegepersonen angewiesen. Dieses Vorgehen ist unter dem Begriff „intermittierende Katheterisierung“ bekannt.
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Die Extraurethrale Harninkontinenz
Mit diesem etwas komplizierten Ausdruck wird eine seltene Form der Harninkontinenz beschrieben, bei der sich der Urin einen Weg außerhalb der Harnröhre sucht: Häufig sind dafür röhrenartige Gänge verantwortlich, sogenannte
Fisteln. Insbesondere bei Frauen kommt es dabei zwischen den ableitenden Harnwegen und den Geschlechtsorganen zu einer Art „Kurzschluss“. Weil dabei der Blasenschließmuskel, der für die Steuerung der Entleerung zuständig ist, umgangen wird, fließt dauerhaft Urin ab. Eine normale Entleerung der Blase ist weiterhin möglich, das Abgehen des Urins durch andere Körperöffnungen kann aber nicht willentlich vermieden werden.
Die verursachenden
Fisteln bilden sich beispielsweise nach Geburten, Operationen, Strahlentherapie oder Verletzungen im Unterleib. Um die
extraurethale Inkontinenz zu heilen, ist eine operative Entfernung der
Fisteln notwendig.
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Glossar
Anamnese Krankheitsvorgeschichte
Anticholinergika Medikamente, die krampflösend wirken und zum Beispiel zur Behandlung von Dranginkontinenz eingesetzt werden, weil sie die Kontraktion des Blasenmuskels hemmen
Antidepressiva Medikamente, die stimmungsaufhellend wirken und gegen Depressionen eingesetzt werden. Auch zur Behandlung von Dranginkontinenz wird in einigen Fällen ein Antidepressivum verschrieben
Antidiuretisches Hormon Vom Körper produzierter Stoff, der vor allem nachts die Blasenentleerung hemmt
Atrophie Schwund von Gewebe; in den Wechseljahren kann aufgrund von Östrogenmangel Schwund von Gewebe im unteren Harntrakt auftreten
Beckenbodenmuskulatur Die Muskeln, die den Bauchraum nach unten begrenzen und die inneren Organe stützen. Im Beckenboden liegt auch der äußere, willentlich beeinflußbare Harnröhrenschließmuskel
Detrusor Gesamte Muskulatur der Blasenwand, die aus drei Schichten besteht
Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie Fehlfunktion der Blasen- und der Schließmuskulatur. Wenn sich die Blasenmuskulatur zur Harnentleerung zusammenzieht, spannt sich gleichzeitig der Schließmuskel an, so dass eine Urinentleerung kaum möglich wird
Diabetes mellitus Auch: Zuckerkrankheit; Stoffwechselerkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse nicht genügend Insulin produziert und der Blutzuckerspiegel infolge des Insulinmangels abnorm hoch ansteigt
Diaphragma pelvis Beckenbodenmuskulatur
Diuretika Medikamente zur Entwässerung des Körpers
Dranginkontinenz Auch: Urge-Inkontinenz; unwillentliche Blasenentleerung und unbeherrschbarer Harndrang
Dysurie Harnentleerung, die mit Schmerzen verbunden ist
Elektromyografie Messung der von der Muskulatur abgegebenen elektrischen Impulse, wodurch die Funktionsfähigkeit der Muskulatur festgestellt werden kann
Enuresis Das Einnässen von Kindern, die schon längst trocken sein müssten
Extraurethrale Inkontinenz Unfreiwilliger Abgang von Urin, wobei der Harn nicht durch die Harnröhre, sondern zum Beispiel durch die Scheide oder den Mastdarm ausgeschieden wird
Karzinom Bösartige Geschwulst, Krebs
Katheter Schlauch aus Silikon oder Latex, der in die Blase eingeführt wird, um den Urin abzuleiten; wird zum Beispiel angewendet, wenn eine Blasenentleerungsstörung vorliegt.
Kondom-Urinal Hilfsmittel bei Inkontinenz, das wie ein Kondom aussieht, über den Penis gezogen wird und durch das der Harn in einen Sammelbeutel laufen kann
Kontraktilität Bereitschaft eines Muskels, sich zusammenzuziehen
Miktion Vorgang des Wasserlassens
Miktionsprotokoll Aufzeichnungen darüber, zu welchen Zeiten, Anlässen und in welcher Form das Wasserlassen erfolgt. Das Miktionsprotokoll ist ein wichtiges Hilfsmittel für eine erfolgreiche Therapie bei Harninkontinenz
Multiple Sklerose Auch: MS; Erkrankung, bei der der Stoff Myelin zerstört wird, der an vielen Stellen des Nervensystems die Nerven umhüllt. Schubartig treten Ausfälle unterschiedlicher Nervenleistungen auf
Nykturie Häufiges Wasserlassen während der Nacht
Östrogen Weibliches Sexualhormon, das bei Frauen zur Therapie von Stressinkontinenz eingesetzt werden kann
Parasympathisches Nervensystem Teil des vegetativen, nicht willentlich steuerbaren Nervensystems; gibt Impulse zur Blasenentleerung
Parkinsonsche Krankheit Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der nach und nach Nerven zerstört werden
Pelvic re-education Englische Bezeichnung für Beckenbodengymnastik
Penoring Manschette, die um den Penis gelegt wird und die Harnröhre zudrückt
Pessar In die Scheide eingeführte Hartgummi- oder Plastikeinlage, die eine Senkung der Gebärmutter oder der Harnblase zeitweise ausgleichen kann
Pollakisurie Häufiges Wasserlassen
Prolaps Vorfall eines Organs, zum Beispiel Senkung der Gebärmutter, bis sie fast aus der Scheidenöffnung austritt
Prostata Vorsteherdrüse; Geschlechtsdrüse des Mannes, die unterhalb der Blase die Harnröhre umfaßt und das Ejakulat produziert
Prostataadenom Gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse
Reflexinkontinenz Automatische, nicht steuerbare Entleerung der Blase allein auf den Reiz der Füllung mit Urin
Reizblase Spezielle Form der Dranginkontinenz, für die keine körperliche Ursache gefunden werden kann
Rektum End- oder Mastdarm, letzter Teil des Dickdarms vor dem After
Restharn In der Blase verbliebener Harn nach der Blasenentleerung, der ein ideales Milieu für Krankheitserreger bietet
Sakrales Miktionszentrum Spezielles Nervenzentrum im Rückenmark, das die Funktion der Blasenentleerung und der Speicherung des Urins steuert
Spina bifida Auch: offener Rücken; angeborene Spaltbildung der Wirbelsäule
Sphincter vesicae Innerer Blasenschließmuskel, der nicht willentlich steuerbar ist
Sphincter vesicae externus Äußerer Schließmuskel der Blase, der im Beckenboden liegt und willentlich gesteuert werden kann
Sphinkterprothese Künstlicher Schließmuskel; Gerät, das bei einer Operation implantiert werden kann und die Funktion des äußeren Schließmuskels übernimmt
Stent In die Harnröhre einsetzbares Hilfsmittel, das die Harnröhre bei Verengung erweitert
Stressinkontinenz Auch: Belastungsinkontinenz; unfreiwillige Harnentleerung, die durch einen erhöhten Druck im Bauchraum ausgelöst wird
Suprapubischer Katheter Schlauch, der durch die Bauchdecke in die Blase eingeführt wird und den Urin nach außen leitet
Sympathisches Nervensystem Bestandteil des vegetativen, nicht willentlich beeinflußbaren Nervensystems; trägt zur Speicherung von Urin in der Blase bei
Transurethraler Katheter Schlauch, der durch die Harnröhre in die Blase geführt wird und den Urin aus der Blase ableiten soll
Trigonum vesicae Muskulöses Dreieck am Blasenausgang, das für den Verschluß der Blase wichtig ist
Überlaufinkontinenz Durch ein Abflußhindernis verursachte unfreiwillige Blasenentleerung, bei der die Blasenmuskulatur überdehnt ist und unfähig wird, sich zusammenzuziehen
Ureter Harnleiter
Urethra Harnröhre
Urethra-Druckprofil Messung des Harnröhrendrucks im Vergleich zum Blaseninnendruck; normalerweise muss der Harnröhrendruck größer sein als der Innendruck der Blase. Sonst kommt es zur Inkontinenz
Urethral plug Englische Bezeichnung für Harnröhrenstöpsel; Instrument, das in die Harnröhre der Frau eingeführt wird und dadurch den Abfluss von Urin verhindert
Urinal Auffangbehälter für den Harn
Urodynamische Untersuchung Oberbegriff für die Spezialuntersuchungen zur Überprüfung der Blasen- und Harnröhrenfunktionen
Uroflowmetrie Messung des Harnabflusses; gemessen wird die Menge des entleerten Urins im Verhältnis zur Dauer der Blasenentleerung
Zystometrie Prüfung der Funktionsfähigkeit der Blasenmuskulatur
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Erstellungsdatum: 17.06.2010
Autor/in: Dr. med. Susanne Segebrecht, Ärztin, Apothekerin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Markus Zens, Wissenschaftsjournalist, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Charité - Universitätsmedizin Berlin
Quellen:
- http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/084-001.htm
- http://www.rki.de/cln_160/nn_199850/DE/Content/GBE/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsT/harninkontinenz,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/harninkontinenz.pdf
- K.-P. Jünemann, H. Palmtag, C. Hampel et al. (2006) Harninkontinenz und Urodynamik. Urologe [Sonderheft] 45:106–121
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